Wechsel an der Spitze von Wirthwein in Nauen

Familie Wirthwein bedankte sich bei Ulf Sauerwald für seine 23-jährige Tätigkeit als Werkleiter und verabschiedete ihn in den wohlverdienten Ruhestand. Seinen Nachfolger Garri Genrich sehen sie für die künftigen Aufgaben gut gerüstet und freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit. Bei der Verabschiedung: Udo und Ingrid Wirthwein, Ulf Sauerwald, Nachfolger Garri Genrich sowie Marcus und Frank Wirthwein (v. l.).

 

Ulf Sauerwald geht nach 23 Jahren als Werkleiter in den Ruhestand

Nauen.  Im August 1995 erfolgte der erste Spatenstich für das bis dahin größte Bauprojekt in der Wirthwein-Firmengeschichte, der Bau des Werkes in Nauen. Zum 1. Oktober 1995 nahm Dipl.-Ing. Ulf Sauerwald seine Tätigkeit als Werkleiter des Standortes auf. Gegründet zur Herstellung von Kunststoffkomponenten für das Geschäftsfeld Hausgeräte, verfügt der Standort seit vielen Jahren auch über Kompetenzen im Bereich Automotive. 23 Jahre und drei Monate lenkte Ulf Sauerwald die Geschicke des Werkes mit inzwischen rund 230 Mitarbeitern. Nun ist es für ihn an der Zeit, auf Wiedersehen zu sagen, da er sich zum 31.12.2018 in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Ende 2018 übergab er die Wirthwein Nauen GmbH & Co. KG in die Verantwortung von Garri Genrich, der zuletzt das Werk in Sasbach leitete. Seinem Nachfolger wünscht Ulf Sauerwald viel Erfolg und ist sich sicher, dass „sein Nauen” bei ihm in besten Händen ist.

Ulf Sauerwald lernte „sein Handwerk“ von der Pieke auf: Auf die Lehre zum Werkzeugmacher im Plastverarbeitungswerk Motzen folgte der obligatorische Wehrdienst und anschließend zahlreiche Weiterbildungen und ein Fernstudium zum Diplom-Ingenieur für Kunststoff- und Kautschuktechnik. 1981 wurde Sauerwald Direktor für Rationalisierung in einem Potsdamer Handelsunternehmen, 1985 folgte eine fünfjährige Station als technischer Direktor und Chefmonteur. In den Wendejahren sammelte Sauerwald Vertriebserfahrung bei einem Heißkanalhersteller und als freier Industrievertreter für technische Komponenten. Bei allen beruflichen Stationen bleib Sauerwald stets seinen Überzeugungen treu - seiner Begeisterung für die Kunststoffbranche, die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung und ein gewisser Pioniergeist.

Diese Charaktereigenschaften waren es, die dem Aufeinandertreffen des im Sozialismus aufgewachsenen Ulf Sauerwald mit dem Kapitalisten Udo Wirthwein im Jahre 1995 eine vertrauensvolle Grundlage verschafften. Beide mit reichlich „preußischen Tugenden“ ausgestatteten „Macher“ arbeiteten fortan am Erfolg des Unternehmens. Das Ergebnis der letzten 23 Jahre kann sich am Standort Nauen - aber auch international - sehr gut sehen lassen. „Ein bisschen stolz bin ich natürlich schon auf das, was durch meine Arbeit hier in Nauen erreicht worden ist“, so der „Neu-Rentner“ Sauerwald. Gerne blickt er auch auf die Leistungen bei der Expansion seit 1998 in Łódź zurück, wo er zunächst beim Einrichten einer Shop-in-Shop Fertigung beim Kunden BSH Hausgeräte GmbH und 2004 beim Aufbau einer eigenen Produktionshalle an vorderster Stelle mitgearbeitet hat. „Es war einfach eine wahnsinnige Gründerzeit für Pioniere, ein Aufeinandertreffen von Geschichte und Gegenwart - und das in einer Stadt mit einer besonders belastenden Geschichte des deutsch-polnischen Verhältnisses“. Stundenlang könnte Sauerwald von den Erlebnissen berichten, aber „das Schönste für mich ist, ganz tolle und liebe Menschen als Kollegen in Polen zu haben“.

 

Wer ist der Mensch Ulf Sauerwald?

„Die Siege von gestern zählen nicht mehr, die Schlachten von morgen müssen gewonnen werden“ - wer Ulf Sauerwald kennt, der kennt solche Sprüche und Lebensweisheiten, die er stets mit einem Lächeln auf den Lippen zum Besten gibt. Sauerwald gilt als „harter Knochen“, der aber das Herz am richtigen Fleck trägt. So bezeichnet er es auch als dunkelste Stunden der letzten 23 Jahren, wenn es galt, sich von verstorbenen Kolleginnen und Kollegen zu verabschieden. Rückblickend hätte er sich gewünscht, mehr Zeit für die Familie zu haben. „Seit über 38 Jahren bin ich glücklich mit meiner Frau Christine verheiratet und stolzer Vater von Sohn Marc, der als Doktorand an der Uni Gießen im Bereich Biologie arbeitet und meiner Tochter Marleen, die als Krankenschwester und Studierende im Klinikum Potsdam ihren Weg macht“.

Eine wichtige Rolle haben die beiden Enkelkinder Mathilda und Pauline indes ihrem Opa schon zugedacht: Es gilt nämlich, das versprochene Baumhaus endlich fertig zu bauen. Da muss die Weltreise natürlich warten, aber „Kroatien und der Baikal-See sowie ein „Ausritt“ auf meiner BMW - so viel Zeit müssen mir meine beiden Enkeltöchter schon lassen“, lacht der Rentner. Aber auch für den „Unruhestand“ hat sich Ulf Sauerwald gemeinwohlorientiertes Engagement auf die Fahnen geschrieben: „Ich möchte gerne im Behinderten-Fahrdienst tätig werden“.

 

Wünsche an das Nauener Team und seinen Nachfolger Garri Genrich

„Durch die inzwischen erreichte Größe der Wirthwein-Gruppe, in weltweit 22 Standorten werden aktuell 3.650 Mitarbeiter beschäftigt, ging natürlich ein bisschen das „WIR-Gefühl“ verloren“ bedauert Sauerwald, der sich wünscht, dass Kollegialität und das gemeinsame Einstehen für den Erfolg wieder mehr an Wert gewinnen. „Ich wünsche meinem Nachfolger Garri Genrich ganz viel Erfolg und eine kluge, ruhige Hand“ und bittet alle Mitarbeiter, dass sie gemeinsam wieder mehr das „WIR-Gefühl“ leben, um die künftigen Anforderungen zu bewältigen.

 

Garri Genrich übernimmt Verantwortung für Standort mit 230 Beschäftigten

Bis auf einen dreimonatigen Zwischenstopp am Fraunhofer-Institut direkt nach dem Studium kennt der Lebenslauf von Garri Genrich nur einen Arbeitgeber: Wirthwein. Sogar das dreimonatige Praktikum nach dem Abitur, das für die Zulassung zum Studium der „Physikalischen Technik“ an der Technischen Hochschule in Brandenburg an der Havel vorausgesetzt wurde, hat Genrich bei Wirthwein in Nauen absolviert.

Seine eigentliche Karriere begann 2013 mit einem Anruf bei Werkleiter - und Vorgänger - Ulf Sauerwald und einem ungewöhnlichen „Hands-on Vorstellungsgespräch“. Sauerwald meinte, er könnte sich eine Tätigkeit als Projektmanager vorstellen - und so kam es dann auch: Genrich hatte fortan Verantwortung für Kundenaufträge in den Geschäftsfeldern Hausgeräte und Automotive. Bald schon zeigte sich Garri Genrichs besonderes Talent und der heute 38-jährige Potsdamer rückte in den Fokus der Geschäftsleitung, um ihn für „noch höhere Aufgaben“ zu qualifizieren. Von November 2016 bis August 2018 bekam Genrich die Chance, den Wirthwein-Standort im badischen Sasbach zu leiten, um damit in diese Aufgabenstellung hinein schnuppern zu können. Der dortige Empfang mit offenen Armen und das freundliche Kollegium erleichterte die zeitweise Trennung von der Familie und seinen beiden Söhnen Matwej (10 Jahre) und dem vierjährigen Anton, die er nunmehr nur noch am Wochenende sah. „Auch das Segeln und Windsurfen, die zu meinen Leidenschaften gehören, haben unter der Fernbeziehung gelitten“, bekennt Genrich. „Nur zum Skifahren in den Bergen war es von Sasbach aus natürlich kürzer, aber meine Familie ist nun mal mein größtes Hobby und deshalb bin ich froh, wieder zuhause zu sein“.

Und in Nauen wartete schließlich auch eine große Familie auf ihn: Garri Genrich bekam zum 1. Oktober die Verantwortung für den Standort Nauen mit 230 Beschäftigten übertragen. „Die Vorfreude auf die kommenden Aufgaben überwiegt auf jeden Fall“, so Genrich, der es als große Anerkennung begreift, dass ihm dieses Vertrauen geschenkt wird. „Die Aufgaben eines Werkleiters bei der Wirthwein-Gruppe und auch die internen Abläufe sind mir aus meiner Zeit in Sasbach bekannt“, fühlt er sich gut gerüstet „und den Standort Nauen kenne ich ja mittlerweile auch schon einige Jahre“. Zu seinen wichtigsten Aufgaben zählt er, ein Team für die Zukunft zu formen, das erfolgreich die nächsten stürmischen Jahre bestehen kann. „Ich will außerdem das Verständnis unseres Teams stärken, wenn Kunden mit Neuausrichtungen auf die stetigen Veränderungen am Markt reagieren“. So zielstrebig und zuverlässig, wie Garri Genrich bislang seine Aufgaben erledigt hat, ist davon auszugehen, dass er auch diese Herausforderungen meistern wird. Wir drücken ihm die Daumen und wünschen dem Team in Nauen weiterhin viel Erfolg.