75 Jahre Wirthwein Medical

Ein Blick in die heutige vollautomatisierte Reinraummontage nach ISO-Klasse 7 am Standort Mühltal, an der Papiermühle.

Die spannende Unternehmensreise - Von der Produktion erster Lockenwickler bis hin zur Reinraumproduktion von Blutanalyse-Systemen

 

Mühltal. Mit dem Bau von Presswerkzeugen für die Möbelindustrie legte Fritz Albert Riegler am 1. April 1946 den Grundstein für ein erfolgreiches Unternehmen. Die Entwicklung vom Ein-Mann-Betrieb zum international agierenden Unternehmen mit über 330 Mitarbeitern ist eine Erfolgsgeschichte. Auf einer Gesamtfläche von 55.000 m² werden heute unter Reinraumbedingungen Kunststoffkomponenten und -systeme für die Geschäftsbereiche Medizintechnik, Diagnostik und Pharma kundenspezifisch entwickelt und produziert. In diesem Jahr feiert Wirthwein Medical das stolze 75. Betriebsjubiläum.

Es ist wahrlich ein „Meistwerk“, welche außerordentliche Entwicklung in den letzten Jahrzehnten vonstattenging. Im Gründungsjahr 1946 waren die Lebensumstände nicht einfach - es war eine beschwerliche Zeit für die Menschen. Trotz dieser Bedingungen konnte Gründer Fritz Albert Riegler seinen Betrieb nicht nur aufrechterhalten, sondern stetig vergrößern. Auf den ersten, noch handbewegten Maschinen, fertigte Fritz Albert Riegler ab1949 Lockenwickler für die Haarkosmetik. Weitere Kundenaufträge für die Kosmetikbranche folgten. Bereits 1952 begann die Fritz Albert Riegler GmbH & Co. KG mit der Entwicklung von Spritzgießmaschinen „Marke Eigenbau“. Die Basis für die Kunststoffverarbeitung war geschaffen. Der Wettbewerb war allerdings zu dieser Zeit in Deutschland schon so stark, dass sich die Unternehmensführung bald schweren Herzens von der Idee des Baus eigener Spritzgießmaschinen verabschiedete. Die Gründung des Formen- und Werkzeugbaus erweiterte das Programm um die Herstellung von Spritzgießformen für Thermoplaste.

Die gute Entwicklung des Unternehmens führte zum Erwerb zweier neuer Betriebsstätten. Die erste Halle für den Formenbau, ein Verwaltungsgebäude und ein Fertigungsbereich für die Herstellung von Hohlkörpern auf Extrusion-Blasanlagen wurde errichtet. Nach dem überraschenden Tod des Eigentümers 1968 übernahm dessen Sohn Horst Riegler die Firmenleitung. Viel Know-how, gute Ideen und engagierte Mitarbeiter, gepaart mit dem persönlichen Engagement von Horst Riegler sowie seiner Bereitschaft, unternehmerisches Risiko zu tragen, sind das Fundament des erfolgreichen Unternehmens.

 

Der große Durchbruch in den 90er-Jahren

Eine aufstrebende Zeit begann Anfang der 70er-Jahre mit vielen Neubauten, Erweiterungen in der Spritzgieß- und Extrusionsblasfertigung, neuen Maschinen und Technologien. Über die Herstellung von Produkten für die Haarkosmetik sowie Lebensmittel- und Pflegemittelindustrie wurde das Technologie- und Produktspektrum stetig diversifiziert.

Anfang der 90er-Jahre folgte dann der Einstieg in die Medizintechnik- bzw. Reinraumproduktion. Ab diesem Zeitpunkt ging der Erfolgsweg weiter bergauf. Die ersten Produkte waren Verpackungsschalen und Reinigungssysteme für Kontaktlinsen. Ebenfalls zu Beginn der 90er-Jahre realisierte die Riegler GmbH & Co. KG das erste erfolgreiche Entwicklungsprojekt für die Diagnostikbranche. Flaschen, Verschlüsse und weitere Primärpackmittel für eine weltweit erfolgreiche Analysegeräte-Reihe bildeten die Basis für eine Produktlinie, die heute noch mit steigenden Bedarfen glänzt. 2005 entschloss sich die Familie Riegler, das Unternehmen an die weltweit agierende und ebenfalls familiengeführte Wirthwein AG zu übergeben. Nach der Übernahme führte die Wirthwein AG die Geschicke erfolgreich fort und förderte die Expansion und Weiterentwicklung im Bereich der Fertigungskapazitäten, innovativer Technologien, mittels einer Standorterweiterung und des weiteren Ausbaus der Digitalisierung. Die Schaffung zusätzlicher Reinräume bietet den global tätigen Kunden eine hervorragende Grundlage für weiteres, zukünftiges Wachstum.

Die Ausbildung eigener Fachkräfte hat bei Wirthwein Medical nicht nur Tradition, sondern bildet die Basis einer zukünftig hoch qualifizierten Belegschaft. Viele Mitarbeiter sind ehemalige Auszubildende mit enger Unternehmensbindung. Betriebszugehörigkeiten von 25, 40 und sogar 50 Jahren waren und sind in der Unternehmensgeschichte keine Seltenheit.

Im Jahr 2020 legte das Unternehmen nach 74 Jahren den Unternehmensnamen „Riegler“ ab und firmiert seitdem unter dem Namen „Wirthwein Medical GmbH & Co. KG“.

 

Mit Stolz zurückblicken – mit langfristiger und nachhaltiger Wachstumsstrategie vorangehen

Heute ist die Wirthwein Medical GmbH & Co. KG einer der qualitätsführenden Systemlieferanten in der Kunststoffverarbeitung und ein gefragter Spezialist in der Reinraumproduktion mit neuesten innovativen Technologien. Zu den Kernkompetenzen zählen Entwicklung, Konstruktion, Werkzeugbau, Spritzguss- und Blasformfertigung sowie ein breites Spektrum an Montage-, Veredelungs- und Logistikdienstleistungen.

„Als familiengeführtes, global tätiges Familienunternehmen mit kurzen Entscheidungswegen verfolgen wir eine langfristige und nachhaltige Wachstumsstrategie. Wir leben unsere Leidenschaft für die Kunststoffverarbeitung unter Reinraumbedingungen mit dem Ziel, gemeinsam mit unseren Kunden einen weltweit wertvollen Beitrag zur Gesundheit der Menschen zu leisten. Wir entwickeln und produzieren wichtige kundenspezifische Systemprodukte, was wir mit unserem Mission-Statement zum Ausdruck bringen: „Wir bringen Kunststoff zum Leben!“ Wir haben die letzten Jahre Personal- und Produktionskapazitäten ausgebaut. Aktuell sind wir bereits in der Planung der nächsten Ausbaustufe, die wir im nächsten Jahr angehen werden. Hiermit legen wir den Grundstein für die weitere, langfristige und nachhaltige Wachstumsstrategie unserer Reinraumproduktionskapazitäten für die Bereiche Diagnostik, Medizintechnik und Pharma.“ so Dr. Thomas Jakob, Geschäftsführer der Wirthwein Medical GmbH & Co. KG. „Vielen herzlichen Dank im Namen der Familie Wirthwein und der Geschäftsführung an Familie Riegler, an alle ehemaligen und aktuellen Mitarbeiter für die geleistete Arbeit, Einsatzbereitschaft und erbrachten Leistungen der letzten 75 Jahre!“

 

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