Hybride Betriebsführung bei Wirthwein

Von links: Christian Förster, Robin Hoppe, Stephan Hartmann, Harald Daumüller und Marcus Wirthwein im Besprechungszimmer vor Ort.

Creglingen. Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT digital und in Präsenz zu Gast beim Kunststoff-Spezialisten.

Mit einer Unternehmensvorstellung begrüßte Vorstand Marcus Wirthwein vergangene Woche die interessierten Gäste des Netzwerks „SCHULEWIRTSCHAFT Main-Tauber-Kreis“, bei dem er Vorsitzender auf Seiten der Wirtschaft ist, zur hybriden Betriebsführung mit dem Themen-Schwerpunkt „Digitalisierung“. Neben Harald Daumüller vom Service SCHULEWIRTSCHAFT Baden-Württemberg, der die Veranstaltung mit auf die Beine gestellt hat, nahm ein Besucher vor Ort und ein Dutzend weitere auf digitalem Wege teil.

 

Interessantes Programm für die Teilnehmer

Nach der Begrüßung durch Harald Daumüller und Denise Voit, Konrektorin der Kopernikus-Realschule Bad Mergentheim und Vorsitzende auf Seiten der Schule, folgte die Vorstellung des Creglinger Familienunternehmens durch Marcus Wirthwein. In seiner Präsentation ging er auch auf die Wichtigkeit des Kernthemas ein und unterstrich, dass das Ziel der Digitalisierung von Anwendungen und Prozessen immer eine Effizienzsteigerung sein sollte.

Weitere Einblicke in die digitale Welt bei Wirthwein ermöglichte Stephan Hartmann, Leiter Konzern-IT, mit Anwendungsbeispielen und Erfahrungsberichten aus der Praxis. Die Gäste aus regionalen Unternehmen, Schulen/Berufsschulen und Arbeitsagenturen nutzten im Anschluss die Möglichkeit für einen angeregten Austausch, bei dem Stephan Hartmann angesichts der zunehmenden Vernetzung von Geräten und Anwendungen die IT-Sicherheit als oberstes Gebot betonte. Besonders seit der Corona-Pandemie, in der viele Unternehmen schnell digitale Lösungen erarbeiten mussten, sei die Anzahl von Online-Betrugsversuchen und ähnlichem stark angestiegen.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Betriebsführung, die die digital zugeschalteten Gäste mittels eines Video-Streams live mitverfolgen konnten. Teamleiter Werkzeuginstandhaltung Christian Förster präsentierte den Teilnehmern den Werkzeugbau, in dem Wirthwein einen Großteil seiner verwendeten Spritzgussformen selbst herstellt. Die Besucher vor Ort zeigten sich begeistert ob der Dimensionen von bis zu 20 t Werkzeug-Gewicht, die im Creglinger Formenbau bearbeitet werden.

Wo und wie diese Formen eingesetzt werden, erklärte den Besuchern Anwendungstechniker Robin Hoppe in der Fertigung. Hier wird der Kunststoff in der Maschine aufgeschmolzen und hochpräzise in das Werkzeug eingespritzt, dass ihm seine endgültige Form gibt. Auch auf digitalisierte Prozesse in der Produktion ging er dabei ein und stellte exemplarisch ein System zur Echtzeit-Erfassung von Maschinendaten vor.

„Um aus einem tonnenschweren Metallblock in CNC-Bearbeitungszentren ein Werkzeug für das Spritzgießverfahren herzustellen, erfordert es sehr spezielles Know-how – sprich eine hochqualifizierte Mannschaft“, davon ist Harald Daumüller nach dem Rundgang überzeugt und tief beeindruckt.

 

SCHULEWIRTSCHAFT

Das regionale Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Main-Tauber-Kreis engagiert sich vor Ort als Plattform für alle regionalen Akteure im Themenfeld Schule und Wirtschaft. Auf Landesebene wird die Arbeit von SCHULEWIRTSCHAFT von den Unternehmern in Baden-Württemberg getragen. Das Netzwerk lebt auf ehrenamtlicher Basis die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen als gleichwertige Partner. Es fördert durch gemeinsame Veranstaltungen zur Berufs- und Studienorientierung die Partnerschaft zwischen Schulen und Wirtschaft. Akteure, die am Übergang Schule -Berufsleben aktiv sind, tauschen sich aus und haben die Möglichkeit, sich zu vernetzen. Sowohl Vertreter aus Schule, Kammern, Agenturen und Wirtschaft bilden ein offenes Netzwerk vor Ort.

 

Präsenz nicht weg zu denken

Zum Ende der Veranstaltung waren sich alle Teilnehmer einig: Ein solches Format ist in Zeiten einer Pandemie hervorragend geeignet, um Einblicke in ein Unternehmen zu erhalten und Kontakte zu knüpfen. Den persönlichen Kontakt und die Eindrücke einer riesigen Produktionshalle könne es aber nicht ersetzen. Und so hofft das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Main-Tauber-Kreis, dass die nächste Veranstaltung dieser Art wieder in Präsenz möglich sein wird.

 

Mehr über SCHULEWIRTSCHAFT

Mittels eines Tablets wurde den digital Teilnehmenden der Creglinger Werkzeugbau und die Spritzguss-Fertigung vorgestellt.